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Jahresbericht 2001

Liebe Freundinnen und Freunde von PROAME!
Auch in diesem Jahr möchte ich euch/Sie wieder über die Arbeit von PROAME informieren.
Das Jahr begann insofern schlecht, da eine Mitarbeiterin von PROAME überfallen wurde, nachdem sie Geld für Familien des Programms ZURÜCK NACH HAUSE von der Bank abgeholt hatte. Durch dieser Vorfall waren die MitarbeiterInnen sehr schockiert und es klaffte ein Loch in der Finanzierung des Monats.
Aber es gibt auch Erfreuliches über das Finanziellezu berichten!
Auf meinem Spendenkonto sind in diesem Jahr 17.500 DM eingegangen. Dabei sind nicht eingeschlossen die Gelder, die die Gemeinde Norf-Nievenheim in diesem Jahr gespendet hat, sowie Gelder von Gemeinden, die ihre Spenden immer direkt nach Norf-Nievenheim überweisen.
Ein besonderer Dank gilt der Gemeinde in Norf-Nievenheim, die es übernommen hat, allen SpenderInnen eine Bescheinigung zukommen zu lassen und das gespendete Geld PROAME zu überweisen.
Die Leiterin von PROAME, Suzana Friedrich, bedankt sich ganz herzlich bei allen Spenderinnen und Spendern. Sie schrieb mir:

"Ohne Zweifel ist die Unterstützung und Begleitung der SpenderInnen aus Deutschland sehr wichtig, damit PROAME an der Verbesserung der Lebensqualität und der Verteidigung der Menschenrechte für Kinder und Jugendliche in São Leopoldo weiterarbeiten kann."

Nun möchte ich noch Einzelheiten über laufende Programme bei PROAME weitergeben.
Die Arbeit in den beiden Stadtteilen Feitoria und São Jorge wird stetig weitergeführt. Einige Schwerpunkte möchte ich herausgreifen.
Ein besonderer lag dieses Jahr in der Zusammenarbeit mit den Frauen in beiden Stadtteilen. Die beiden Gruppen begannen etwas zögerlich mit etwa vier bis fünf Frauen und steigerten sich im Laufe des Jahres auf 14 bis 15 Frauen. Themen waren u.a.; Identität und Familienplanung, Gewalt gegen Frauen, Aufbau des Selbstbewusstsein, die Rolle von Vater/Mutter in der Familie, Kindererziehung, Relation von Schule-Familie-Kommune.
Am workshop Erziehung, Vergnügen und Kunst im Stadtteil Feitoria nahmen 40 Kinder im Alter von 6-14 Jahren teil. Es wurden Aktivitäten angeboten wie Lesen, Texte schreiben, Theater spielen, Zeichnen und Malen. Aufbauend auf dem Leben und Werk von Künstlern wie Monet, Picasso, Cézanne und Miro wurden die Kinder angeregt, ein kritisches Bewusstsein zu entwickeln und dieses in Bildern und im täglichen Leben in der Schule und zu Hause umzusetzen. Auch die Musik spielte in dieser Arbeit eine Rolle. Die Arbeit begann damit, wie man Aggressivität in Musik ausdrücken kann. Die gewonnene Lust, sich musikalisch auszudrücken führte dazu, dass ein kleiner Chor gegründet wurde, der sein Können sogar in einem Shopping Center präsentierte.
Die Eltern dieser Kinder wurden zu monatlichen Treffen eingeladen und es wurden Themen besprochen, die die Kinder in der Kunst/Musik zum Ausdruck brachten, sowie schulische Themen. Außerdem wurde die Beziehung Schule - Jugendamt aufgegriffen anhand von beispielhaften Fällen, in denen ein größeres Engagement von Eltern für die schulischen Belange der Kinder als notwendig herausgearbeitet wurde.

Programm: Zurück nach Hause

- In diesem Programm wird versucht, Straßenkinder an ihre Familien wieder anzunähern, ihnen eine schulische Ausbildung und einen Einblick in die Arbeitswelt zu ermöglichen. -
In diesem Jahr wurden wieder 18 Familien in diesem Programm in umfassender Weise begleitet und erhielten außerdem ein salário mínimo (Mindestgehalt- vom Bundesstaat finanziert), damit ihre Kinder nicht zum Lebensunterhalt der Familie Geld dazu verdienen müssen. In den 18 Familien wurden insgesamt 94 Kinder und Jugendliche begleitet. 97,5% von ihnen sind bei ihren Familien geblieben, 89% besuchten regelmäßig die Schule, 73% wurden versetzt.
PROAME bot Treffen für Mütter, sowie für Familienangehörige der Jugendlichen an. Die Familien wurden zu Hause besucht. Jugendliche wurden einzeln begleitet.
Für die Jugendlichen wurde eine Theaterwerkstatt angeboten, in der sie Probleme aus dem täglichen Leben schauspielerisch umsetzen konnten. Zu Weihnachten haben sie ihre Erfahrungen in dem Stück "Weihnachten der Gleichgültigkeit" ausgedrückt..
Wie immer war auch dieses Jahr das größte Problem, die Familien finanziell unabhängig zu machen. Die Eltern wurden unterstützt, einen festen Arbeitsplatz zu erhalten.

Programm: Travessia (Übergang)

- In diesem Programm werden Kinder und Jugendliche begleitet, die vom Jugendamt überwiesen werden. -
Dem "Zentrum zur Verteidigung der Rechte von Kindern und Jugendlichen" von PROAME in der Stadtmitte von São Leopoldo wurden in diesem Jahr 35 neue Fälle übertragen.
Insgesamt begleitete das Zentrum im laufenden Jahr 63 Kinder aus 25 Familien begleitet.
29 dieser Kinder erlitten zu Hause Misshandlungen, 10 von ihnen wurden sexuell missbraucht. Da einige dieser Kinder aus Familien kommen, in denen der Peiniger zu Hause wohnen blieb, erhielten diese Familien eine umfassende Begleitung mit dem Schwerpunkt, in der Familie eine Person als Vertrauensperson zu stärken. In den meisten Familien war dies die Mutter. Die Mädchen, die missbraucht wurden, waren zwischen 5 und 16 Jahren alt. Der Peiniger war in der Regel der Vater oder Stiefvater.
Zu allen übertragenen Fällen wurden Gutachten erstellt und dem Jugendamt zugestellt mit dem Ziel, Entscheidungen herbeizuführen, die die Integrität dieser Kinder und Jugendlichen garantiert.

Allen Spendern und Spenderinnen wünsche ich ein friedliches Weihnachtsfest!

Ellen Dobberahn

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