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Nachtrag zum PROAME Jahresbericht 1999

Suzana Friedrich, die Leiterin der Mitarbeiter von PROAME, hat mir Anfang 2000 noch einmal einen ausführlichen Bericht über die Arbeit im Jahre 1999 zugesandt. Aus diesem Bericht möchte ich noch einige Informationen zu meinem Weihnachtsbrief ergänzen.

PROAME erhielt 1999 die Aufgabe vom Vormundschaftsamt, 15 Familien mit 48 Kindern und Jugendlichen zu begleiten. In den meisten Fällen handelte es sich um sexuellen Missbrauch durch den Vater, einem Onkel oder einem Nachbarn. Die Kinder und Jugendlichen waren zwischen 3 und 15 Jahren alt. Die Begleitung dauerte in der Regel 8 Monate. Von allen Fällen wurden Berichte geschrieben und an das Vormundschaftsamt und den Jugendrichter weitergeleitet.
Die Resultate waren sehr positiv. PROAME erreichte, dass die Kinder und Jugendlichen wieder eine Beziehung zu den Elternhäusern aufbauen konnten, emotional aufgefangen wurden und ihr Trauma behandelt werden konnte, um ihnen eine glücklichere Zukunft zu sichern.
Das Projekt der Begleitung dieser Kinder und Jugendlichen heißt: Travessia - remodelando o futuro = Übergang - die Zukunft neu gestalten.

Außerdem wurden Seminare für Schulen, staatliche Sozialeinrichtungen und Nichtregierungsorganisationen abgehalten, um die Mitarbeiter für die Begleitung dieser Kinder zu schulen.

In diesem Jahr soll der Schwerpunkt der Arbeit darin liegen, die Zusammenarbeit zwischen PROAME und dem Vormundschaftsamt und dem Jugendgericht zu vertiefen und weitere Untersuchungen über die Verbreitung von Gewalt gegenüber Kindern durchzuführen.
PROAME nutzte auch den Freiraum auf politischer Ebene, um sich weiterhin für die Rechte von Kindern und Jugendlichen einzusetzen. Diese Auseinandersetzung fand statt:

PROAME bot auch 1999 zahlreiche Seminare an, um Multiplikatoren auszubilden. Drei Seminare beschäftigten sich mit sexuellem Missbrauch (3.7.99, 5.10.99, 29.10.99), ein Seminar mit dem Kinder- und Jugendgesetz (10.7.99), ein weiteres mit der offenen sozial-familiären Begleitung bei dem Projekt "De Volta pra Casa" - Zurück nach Hause (24.9.99).

Nun habe ich noch eine Bitte an alle treuen Spender!
Vom 4. - 8. September 2000 findet in Genf ein internationales Treffen von "globalnet" statt. Dieses weltweite Netz für Friedenserziehung wurde 1993 am Rande des "Internationalen Treffens für Friedenserziehung in Erinnerung an Lateinamerika" in São Paulo ins Leben gerufen. Zu den Treffen in Genf sind 200 Projekte aus aller Welt eingeladen, die mit Kindern und Jugendlichen in den Bereichen Kinderrechte, Kind und Natur, Schule, Kommunikation und Finanzierung von weltweiten Projekten arbeiten. PROAME ist eines der eingeladenen Projekte. Außerdem werden VertreterInnen aus Institutionen, Universitäten, der Industrie, aus Städten und Gemeinden, sowie "Visionäre" eingeladen.
Während der Tagung findet jeden Morgen ein einstündiger Vortrag statt, danach eine zweistündige Podiumsdiskussion, bei der täglich andere VertreterInnen der Projekten an der Podiumsdiskussion teilnehmen.
An jedem Nachmittag stellen sich parallel in sechs Vorlesungsräumen alle 200 Projekte vor. Danach werden politische Empfehlungen ausgearbeitet, die an Gremien der UNO, sowie an alle diplomatischen Corps der teilnehmenden Länder weitergereicht werden.
Jede Institution ist selbst verantwortlich für die Kosten der Anreise, Unterbringung und Verpflegung.
Nun kam die Anfrage, ob ich PROAME auf dem Treffen vertreten könne. Ich habe bereits zugesagt und werde die Unkosten für die Reise selber tragen. Außerdem werde ich um Ostern (ebenfalls auf eigene Kosten) nach Brasilien reisen, um noch einmal meine Eindrücke von der Arbeit PROAMEs aufzufrischen.
Ich halte es aber für unbedingt notwendig, dass auch Suzanna Friedrich an dem Treffen teilnimmt. Sie arbeitet seit 1988 als Leiterin der Mitarbeitergruppe, hat die Arbeit von Anfang an konzipiert und unterhält zahlreiche Kontakte mit staatlichen und nichtstaatlichen Einrichtungen in Brasilien. Sie war auch daran beteiligt, 1985 die "Nationale Bewegung der Straßenkinder" mit ins Leben zu rufen, deren Konzeption bereits in andere Länder exportiert wurde.
Für Suzana sind die internationalen Verbindungen, die durch dieses Treffen vertieft werden, von großer Bedeutung für die zukünftige Arbeit.
Suzana ist finanziell nicht in der Lage, den Flug von ca. 1800 DM zu bezahlen. Weder PROAME noch ich würden einen solchen Flug von Spendengeldern finanzieren. So also meine Anfrage an euch/an Sie: Wer ist bereit, diesen Flug mit einem Beitrag zu unterstützen? Das Geld kann auf das Straßenkinder - Konto mit dem Stichwort "Flug Suzana" überwiesen werden.

Ich bedanke mich schon jetzt bei allen, die meinen Vorschlag unterstützen und finanziell helfen wollen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre/eure

Ellen Dobberahn

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