Zur Vorbereitung von Konfirmandenfreizeiten treffen sich Haupt- und Ehrenamtliche aus der Jugendarbeit unserer Gemeinde jedes Jahr bei einem Seminar. Im Februar war das Reiseziel der Gruppe von elf Seminarteilnehmern das Haus der Vereinigten Evangelischen Mission (VEM) in Wuppertal. Begleitet wurde das Seminar von Christian Sandner, Pfarrer für besondere Aufgaben aus Mönchengladbach.
Das Thema Kleider machen Leute - Welche Leute machen Kleider beschäftigte uns an diesem Wochenende, wobei wir der Frage nachgegangen sind, woher unsere Klamotten kommen, welche Wege sie über die halbe Welt bis in unsere Läden schon transportiert worden sind und welche Arbeits- und Lebensbedingungen in den eigentlichen Herstellungsländern herrschen. Spannende Fragen, die wir zusammen mit Pfarrer Sandner, der sich bestens in der Thematik auskennt, erforscht und erlebt haben.
Sinn eines solchen Seminares ist ein Doppelschritt. Erstens sollen die Seminarteilnehmer in ein Thema einsteigen, um bei der jeweiligen Konfirmandenfreizeit selber das Wissen vermitteln zu können. Zweitens proben die Mitarbeiter, sozusagen an sich selbst, das Leiten von Arbeitsgruppen und Einheiten, wobei ein Teil der Gruppe dann die Konfirmanden repräsentiert. So können sich alle Mitwirkenden in die verschiedenen Rollen einfühlen und dadurch ihre Leitungskompetenzen schulen. Um uns auf das Problem der Kleiderproduktion in sogenannten Billiglohnländern, zum Beispiel in Indonesien, auf Taiwan oder Sri Lanka einzustimmen, haben wir zuerst eine Art Modenschau mit Kleidungsstücken von überall auf der Welt veranstaltet. Danach verfolgten wir den etwa 20.000 km langen Produktions- und Vertriebsweg einer Jeanshose von den kasachischen Baumwollfeldern über die Webereien und Nähfabriken bis zum Jeanssupermarkt an der Ecke.
Ein Höhepunkt war das auf Basis eines Gedichtes der Textilfabrik-Arbeiterin Manike aus Sri Lanka entwickelte Anspiel. Manike beschreibt in jenem Gedicht ihr schweres Leben und die unmenschlichen Arbeitsbedingungen in den Fabriken der Entwicklungsländer, was uns bei der Umsetzung in ein Rollenspiel besonders berührt hat. Mit einem selbstgestalteten Gottesdienst nahm das Seminar am Sonntagmittag dann ein gelungenes Ende. So gestärkt gehen wir nun in die Bezirke zurück und freuen uns auf das nächste Konfi-Wochenende.