Frauen aus Samoa bereiteten in diesem Jahr die Gebetstexte für die weltweit stattfindenden Gottesdienste vor. Samoa? Das winzige tropische Inselreich in der Größe des Saarlandes liegt zwischen Australien und Neuseeland im Südpazifik am Äquator. Etwa 170.000 Menschen leben auf zwei kleinen und acht noch kleineren Inseln, meist entlang der fruchtbaren Küstenregionen. Das Innere der Inseln ist von hohen mit Kratern übersäten Bergketten vulkanischen Ursprungs durchzogen. Großflächige Plantagen, auf denen Kokospalmen, Baumwolle, Kaffee, Kakao und Kautschuk angebaut werden, sichern die Existenz der Bevölkerung. Das Hauptausfuhrgut sind Produkte der Kokospalme. Viele Samoaner leben aber in Australien, Neuseeland und den USA, da ihr Land ihnen keine Arbeit geben kann. Ihre Geldüberweisungen tragen einen wesentlichen Teil zur Wirtschaft Samoas bei.
Land ist grundsätzlich nicht käuflich, es gehört den Großfamilien, deren Oberhäupter, die Matai, das Land verwalten und deren gewählte Vertreter auch das politische und gesellschaftliche Leben bestimmen. Das Matai-System vermittelt der Bevölkerung Orientierung und Geborgenheit, reglementiert aber auch weitgehend das Leben Einzelner. Es wird deshalb der jüngeren Generation zunehmend fragwürdig.
Die Kirchen über 90% der Bevölkerung sind Christen bilden das Rückgrat des Bildungssystems. Das Staatsmotto Samoa ist auf Gott gegründet hat im Leben der Samoaner eine große Bedeutung: das tägliche Abendgebet in den Großfamilien, das hohe Ansehen der Pfarrer und Priester, die zahlreichen Kirchen in den Dörfern und die gut besuchten, oft mehrmaligen Gottesdienste am Sonntag.
Obwohl es keine Schulpflicht gibt, gehen fast alle Kinder 6 Jahre zur Schule. Auf Samoa hungert niemand, aber es gibt andere Probleme: Der zunehmend westliche Einfluss auf die Jugend, Arbeitslosigkeit und Gewalt in den Familien. Nöte, die aber nur sehr verhaltend geäußert werden.
Im Mittelpunkt der Gebetsordnung standen zwei Frauengestalten aus der Bibel: Königin Esther und die Kanaanäerin. Beide in großer Not rangen, kämpften und beteten für sich und andere. Sie sind deshalb für die Frauen in aller Welt ermutigende Vorbilder, gemeinsam zu beten und zu handeln.
Im Anschluss an unseren Gottesdienst waren alle Frauen zum Kaffeetrinken eingeladen. Die Kollekte ergab 551 DM und ist für die Arbeit mit Frauen auf Samoa und den Fidschi-Inseln bestimmt. Allen Geberinnen ganz herzlichen Dank.
In diesem Jahr trafen sich die Frauen zum ökumenischen Weltgebetstag der Frauen in der Kreuzkirche Nievenheim. Zentrales Thema war die christliche Frauenarbeit auf der Insel Samoa. Die Frauen von Samoa hatten auch die Texte, Lesungen und Gebete vorbereitet, die von den Kath. und Ev. Frauen aus dem Raum Nievenheim, unter Leitung von Frau Giesler, einfühlsam im Gottesdienst vorgetragen wurden. An der Orgel begleitet wurden Sie von Hans Clemens, Kantor an St. Pankratius. Aus eigenem Erleben kann ich berichten, dass der gut besuchte Gottesdienst und die christliche Gemeinsamkeit auf alle Beteiligten einen tiefen Eindruck gemacht.
Anschließend kamen die Frauen noch zu Kaffee und Kuchen im Katharina-von-Bora-Haus zusammen. Auch hier herrschte fröhliche Gemeinsamkeit.
Die Kollekte, bestimmt für die Frauenarbeit auf Samoa, ergab den stolzen Betrag von 478,72 DM. Das Geld ist bereits unterwegs.