Gemeindesiegel
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Januar / Februar 2003

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    Singt,

    singt dem Herren frohe Lieder

    Singen, Ausdruck der Lebensfreude, der Zufriedenheit, der Geborgenheit, der Geborgenheit im Glauben an Jesus. Außer in unserem Kirchengesangbuch finden wir Lob- und Danklieder in unserem Volksliedgut. Einige dieser Lieder reichen zurück bis ins Mittelalter. Es lohnt sich, diesen Texten und Melodien nachzuspüren.
    Ich denke da zum Beispiel an den Abendsegen aus der Oper "Hänsel und Gretel" von Engelbert Humperdinck.

    Die Grabinschrift des 1324 verstorbenen Grafen zu Meißen, Friedrich, scheint auf dieses Lied anzuspielen. Danach dürfte es sich zunächst um ein Sterbegebet gehandelt haben.
    Als Wilhelm Grimm 1808 dieses Gebet zusammen mit einem Todesgebet notierte, vermerkte er in einer Randnotiz; "beide von unserer Magd mündlich gehört, die sie von ihrer Großmuttter weiß."

    Doch da hatte es sich bereits vom Sterbegebet zum Abendsegen gewandelt, ehe es zu einem "Kindergebet zum Schlafengehen" wurde. Die Vorstellung, dass Engel um das nächtliche Lager Wache halten, ist dem Alten Testament (Psalm 91, 11-12) entnommen. Die Zahl der Engel lässt auf eine Verbindung mit der Verehrung der vierzehn Nothelfer schließen.
    Engelbert Humperdinck nahm das Liedgedicht 1893 mit Änderungen in seine Oper auf.
    Hier noch die ältere Textfassung:

    Abends, wenn ich schlafen geh
    vierzehn Engel mit mir gehn,
    zwei zu meiner Rechten,
    zwei zu meiner Linken,
    zwei zu meinen Häupten,
    zwei zu meinen Füßen,
    zwei, die mich decken,
    zwei, die mich wecken,
    zwei die mich weisen
    in das himmlische Paradeis.