Ev. Kirchengemeinde Norf-Nievenheim

Gemeindebrief "brücken bauen"

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Juli / August 2003

Titelthema
Serie: Glaubensbekenntnis
50 Jahre Diak. Werk Neuss
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Erlebnis Bibel!
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Schon komisch... Konfirmandenwochenende
Kinderbibelwoche

Unser Weg bleibt ökumenisch

Eucharistie, Ökumene und der Kirchentag

Titelbild

Der Satz "Unser Weg bleibt ökumenisch" war 2001 die Überschrift einer Stellungnahme unserer Landeskirche zu Dominus Jesus, einem Papier der vatikanischen Glaubenskongregation. In dieser katholischen Verlautbarung wurde den Evangelischen die Anerkennung als Kirche versagt.
Welchen Titel würde wohl eine evangelische Reaktion auf die Enzyklika Ecclesia de Eucharistia des Papstes vom Gründonnerstag diesen Jahres tragen? Darin verurteilt Johannes Paul II. gemeinsame Abendmahlsfeiern mit nicht-katholischen Christen und fordert Gehorsam gegenüber der katholischen Lehre. Diese lässt nur in Ausnahmefällen zu, dass ein Priester einem Evangelischen das Sakrament der Eucharistie spendet. "Rückschritte auf dem gemeinsamen Weg"? Der Papst bekräftigte nur, was festgeschriebene katholische Überzeugung ist.

Verfolgte man in den letzten Monaten die kirchlichen Nachrichten, so konnte man den Eindruck gewinnen, dass in Sachen evangelisch-katholischer Ökumene und Abendmahl eine Menge los ist. Es ist in der Tat viel los, doch es bewegt sich nichts! Der Ökumenische Kirchentag löste zwar schon im Vorfeld eine breite Debatte und viele Erklärungen aus, letztendlich haben die Diskussionen aber keinerlei Fortschritte bewirkt. Im Gegenteil.
Nach den ökumenischen Dialogen und Konvergenzerklärungen der letzten 30 Jahre ist es heute in erster Linie die unterschiedliche Amtsauffassung, die uns trennt. Solange die katholische Kirche verlangt, dass ein Amtsträger von einem Bischof geweiht in der "apostolischen Sukzession", also in einer ununterbrochenen Linie mit den biblischen Aposteln, steht, wird sie evangelische ordinierte Pfarrer nicht anerkennen. (Von Pfarrerinnen ganz zu schweigen.) Eine Eucharistie muss nach katholischem Verständnis aber von einem geweihten Priester gespendet werden. Und eine Glaubensgemeinschaft ohne "ordentliche" Priester ist keine Kirche. Die Feier eines gültigen Herrenmahls ist also an den Priester und die (katholische) Kirche gebunden.

Ermutigend ist, was an interkonfessionellem Miteinander auf Gemeindeebene geschieht, und dass gerade bei uns lebendige Ökumene in gemeinsamen Festen, Bibellese, Gottesdiensten uvm. praktiziert wird. Zugleich lässt sich nicht leugnen, dass die für katholische Christen verbindliche offizielle Glaubenslehre dadurch nicht verändert wird. Jedenfalls noch nicht. Dazu bedarf es vielleicht noch vieler ökumenischer Kirchentage und des gemeinsamen Betens. Wir brauchen vor allem einen langen Atem, die bleibende Sehnsucht nach und Hoffnung auf die Einheit aller Christen.

Cordula Schmid