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November / Dezember 2003
Einladende Gemeinde
Stand: 02.12.2003
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Auferstehung der Toten
Ungeheure Hoffnung und Gewissheit
Diese ungeheure Hoffnung und Gewissheit, dass Gott die Toten auferwecken wird, ist kein leerer Trost, sondern hat einen Grund: Jesus Christus hat am Kreuz den Tod überwunden und ist als erster auferstanden. Daher ist uns zugesagt, dass wir auch durch den Tod hindurch ins - ewige - Leben gehen werden.
Manch einer stellt sich die Auferstehung als Weiterleben der Seele vor. Doch der Glaube an die Unsterblichkeit der Seele ist kein biblischer Gedanke, sondern stammt aus der Philosophie Platons. Die Bibel kennt die Trennung zwischen Körper und Seele gar nicht.
Die Auferstehung betrifft den ganzen Menschen; sie ist leiblich, wie es der Apostel Paulus in seinem ersten Brief an die Korinther verteidigt: "Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich. Es wird gesät ein natürlicher Leib und wird auferstehen ein geistlicher Leib." (1. Kor 15, 42 - 44).
Otto von Schwerin, der Berater des Kurfürsten Friedrich Wilhelm, hat es in seinem Lied "Jesus meine Zuversicht" so ausgedrückt: "Was hier kranket, seufzt und fleht, wird dort frisch und herrlich gehen; irdisch werd ich ausgesät, himmlisch werd ich auferstehen. Alle Schwachheit, Angst und Pein wird von mir genommen sein." Wir werden bei unserer Auferstehung nicht körperlos, aber auch nicht mehr von unserem alten Körper geplagt sein. Unsere Gestalt wird eine andere sein.
Die Erscheinung Jesu nach seinem Tode vor Maria von Magdala (Joh 20, 14 ff) und vor den Jüngern, die auf dem Weg nach Emmaus sind (Lk 24, 13 ff), zeigt, dass der Auferstandene sich verändert hatte: Seine Freunde erkennen ihn erst nach einer Weile.
Das Bild des Weizenkornes, das in der Erde stirbt, um in anderer Form zu neuen Leben aufzugehen (1. Kor 15, 36 ff; auch Joh 12, 24) ist ein Gleichnis für die "körperliche" Auferstehung, das bereits im Rabbinismus herangezogen wurde. Denn auch das Judentum (und ebenfalls der Islam) vertreten einen Auferstehungsglauben. Ein anderes, schon im vierten Jahrhundert gebräuchliches Bild, das hilfreich ist, um sich das Unfassbare vorzustellen, ist die Verwandlung einer Raupe in einen Schmetterling.
Mag sein, dass es schwer fällt, sich den Vorgang der Auferstehung auszumalen. Aber wer schon mal auf einer nicht kirchlichen Beerdigung war, auf der die Auferstehungsbotschaft nicht verkündigt wird, weiß, wie buchstäblich trost-los das ist.
Unser Glaube an den, der die Auferstehung und das Leben ist, kann uns anders leben und anders auf den Tod blicken lassen. Und unsere Auferstehung wird die Vollendung unseres Lebens und unseres Glaubens an den Auferstandenen sein.
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